Kondensatormikrofon

Ein Kondensatormikrofon arbeitet nach dem Prinzip eines Kondensators und stellt einen elektroakustischen Wandler dar, mit dem Schall in Form von Schalwellen in elektrische Signale umgewandelt werden können. Kondensatormikrofone gibt es bereits seit vielen Jahren und sie stellen auch heute noch das Maß aller Dinge in hoch-professionellen Aufnahmestudios dar.

Eng verwandt mit dem Kondensatormikrofon ist das Elektretmikrofon, das etwa 90 % der heutigen modernen Mikrofone ausmacht. Im Gegensatz zu dynamischen Mikrofonen haben Kondensatormikrofone oft eine sehr große Membran (Großmembran-Kondensatormikrofone ab 1 Zoll / 25 mm Durchmesser) und können dadurch ein wesentlich größeres Frequenzspektrum aufnehmen.

Aufbau und Funktionsweise

Aufbau Kondensatormikrofon

Kondensatormikrofon Aufbau

Der äußere Aufbau eines Kondensatormikrofons ist dem eines dynamischen Mikrofons sehr ähnlich: Es gibt einen Mikrofonkorb, der die Kondensatorkapsel beinhaltet, einen Griff und ein Kabel zur Übertragung des elektrischen Signals. Der wesentliche Unterschied in der Technologie des Mikrofons liegt in der Kapsel und in der Art, wie dort aus der Schwingung der Membran eine Spannung erzeugt wird.

Treffen Schallwellen in Form von Luftdruck auf die elektrisch leitfähige Membran, die nur wenige Mikrometer dick ist, wird diese in Schwingung versetzt. Hinter der Membran befindet sich eine (oft gelochte) Metallplatte als Gegenelektrode, die elektrisch isoliert angebracht ist. Beginnt die Membran nun zu schwingen, ändert sich die Kapazität des Kondensators, die dann ausgewertet wird.

Für diese Auswertung gibt es zwei Verfahren: Die Niederfrequenz-Schaltung und die Hochfrequenz-Schaltung. Bei der Niederfrequenzschaltung wird der Kondensator über einen hoch-ohmigen Widerstand mit einer Vorspannung aufgeladen, die man auch Polarisationsspannung nennt. Die Änderung der Spannung variiert dann je nach der aktuellen Kapazität des Kondensators.

Neumann Kondensatormikrofon

Neumann U47 Kondensatormikrofon

Bei der Hochfrequenzschaltung wird mit Hilfe der sich ändernden Kapazität des Kondensators ein hochfrequenter Schwingkreis verstimmt, wodurch eine frequenzmodulierte Hochfrequenz entsteht. Diese wird anschließend noch im Mikrofon demoduliert und kann somit über das Kabel weitergegeben werden. Da kein hoch-ohmiger Widerstand benötigt wird, ist die Hochfrequenzschaltung beim Kondensatormikrofon unempfindlicher gegenüber elektrischen Einstreuungen und Luftfeuchtigkeit.

Klein- und Großmembran-Kondensatormikrofone

Die Größe der Membran bestimmt nicht nur die Aufnahme der Höhen, sondern beeinflusst auch den ganzen klanglichen Charakter der Aufnahmen, weshalb die Größe der Kapsel in erster Linie den Einsatzzweck des Kondensatormikrofons bestimmt.

Das Großmembranmikrofon

Großmembran-Mikrofon im Raum

Großmembran Mikrofon

Als Großmembranmikrofone wurden ursprünglich nur Mikros bezeichnet, die über einen Kapsel- und damit auch einen Membran-Durchmesser von 1 Zoll (2,54 cm) verfügten. Da der Ausdruck „Großmembranmikrofon“ kein geschützter Begriff ist und die Größe der Membran häufig mit der Qualität des Mikrofons in Verbindung gebracht wird (was falsch ist), werden heute auch viele Mikrofone mit wesentlich geringerem Membrandurchmesser als Großmembran-Kondensatormikrofone verkauft.

Grundsätzlich ist bei einem Großmembran-Mikrofon das Eigenrauschen niedriger und die Empfindlichkeit des Mikrofons höher, weshalb Großmembranmikrofone gerne zur Aufnahme in großen Studios genutzt werden, wo mehrere Mikros parallel eingesetzt werden. Der engere Frequenzbereich und der geringere Dynamikbereich schränken die Funktionen der Großmembranmikrofone allerdings ein.

Das Kleinmembranmikrofon

Aufnahme mit Kondensator Mikrofon

Aufnahme mit einem Kondensatormikrofon

Kleinmembranmikrofone sind Kondensatormikrofone, die über einen Kapseldurchmesser von weniger als 1 Zoll verfügen. Die Einsatzgebiete von Mikrofonen mit relativ kleinen Membranen sind vor allem im Aufnehmen von gesprochenen Texten im Home-Office Bereich, da die geringere Empfindlichkeit des Mikros die Aufnahmen unempfindlicher gegenüber Störungen und Rauschen macht.

Aufgenommene Stimmen klingen auf Grund der brillanteren Höhen bei Mikrofonen mein kleiner Membran etwas besser, da Großmembranmikrofone hier die Stimmlage oder die Stimmcharakteristik oft verfälschen. Der höhere Dynamikbereich und der breitere Frequenzbereich von Kleinmembranmikrofonen stellen die klaren Vorteile gegenüber Mikros mit großen Kapsel-Membranen dar.

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