Musik aufnehmen

Musik kann mit fast jedem Mikrofon aufgenommen werden. Die Unterschiede beginnen, wenn festgelegt werden muss, wie der Sound später klingen soll. Für einen klaren und natürlichen Klang eignet sich ein dynamisches Mikrofon mit kleiner Membran sehr gut, für vollen und seidigen Klang ist ein großmembraniges Kondensatormikrofon das perfekte Werkzeug.

Aber auch die Aufnahmeumgebung spielt eine große Rolle: Dynamische Mikrofone lassen den Raumanteil wesentlich schwächer hervortreten, weshalb in nicht professionell gedämmten Räumen eher ein dynamisches Mikro mit nicht zu kleiner Membrankapsel zum Einsatz kommen sollte. Je größer die Membran, desto unempfindlicher ist das Mikro für Nebengeräusche und Eigenrauschen. Hier unsere Tipps zum Musik aufnehmen:

Dynamische und Kondensator-Mikrofone

Wenn die Musik, vor allem akustische Instrumente, ausschließlich mit einem Mikrofon aufgenommen werden soll, so gibt es mehrere Möglichkeiten, wie dies funktionieren kann. Die häufigste ist die Verwendung eines USB-Mikrofons, da auf diese Weise (zumindest bei dynamischen Mikrofonen) keine Phantomspeisung benötigt wird und Sie praktisch direkt mit dem Recorden loslegen können.

Wenn mit einem Recording-Interface gearbeitet wird, können zwischen Instrument und Aufnahmerechner noch Effekte und Bearbeitungen eingebaut werden. Dies ist besonders bei Kondensatormikrofonen der Fall, da die Membran bei dieser Mikrofon Art eine Vorspannung benötigt, die auf die Membran gelegt wird. WICHTIG: Vor dem Kauf des Interfaces sollte geprüft werden, welche Spannung das Mikrofon braucht.

Die meisten Großmembran-Kondensatormikrofone benötigen 48 V, was auch viele USB-Interfaces leisten können. Da ein USB-Interface nicht besonders teuer ist und direkt an den PC angeschlossen werden kann, empfiehlt sich vor allem dieses für die Aufnahme von Musik im Home-Bereich. Eine gute Wahl wäre hier die Presonus AudioBox mit 2 Inputs und 48 Volt Phantomspeisung.

Das Setting

Beim Aufbau des Settings muss berücksichtigt werden, welche Richtcharakteristik das Mikrofon besitzt. In der Regel ist dies eine Nierencharakteristik, da diese für die meisten Einsatzzwecke am besten geeignet ist. Ein Mikrofon mit Nierencharakteristik nimmt den Schall bevorzugt von vorne auf, während Schallwellen von hinten kaum noch Beachtung finden.

Die Schallquelle sollte so vor dem Mikrofon platziert werden, dass möglichst wenig Rauschen entsteht und alle Klänge korrekt aufgenommen werden können. Bei Großmembran-Mikrofonen muss die Schallquelle meist wesentlich näher am Mikrofon sitzen als bei Mikros mit kleinen Membranen, da die kleinere Membran auch schwächere Schallwellen aufnehmen und in Signale umwandeln kann.

Wenn mehrere Instrumente auf einmal aufgenommen werden sollen, empfiehlt sich hingegen ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik. Das bedeutet, dass das Mikro keine wirklich bevorzugte Schallquelle hat, sondern alles aufnimmt, was rund um den Mikrofonkorb produziert wird. Auf Grund der hohen Anfälligkeit von Mikrofonen mit Kugelcharakteristik für Rückkopplung eignen sich solche Mikrofone nur für sehr wenige Einsatzzwecke.

Mikrofon Empfehlungen

Da bei der Aufnahme von Musik kaum dumpfe Poplaute entstehen, ist ein Popschutz nicht zwingend notwendig. Sollte dieser doch notwendig sein, wird dies spätestens nach dem ersten Probehören der Aufnahmen klar. Die ideale Aufnahme von Musik in einem Home-Office mit einigermaßen guter Dämmung gelingt mit einem von diesen beiden Paketen:

1. Rode NT-1A + Presonus AudioBox + JustIn EKS-015 Schwenkarm (Hier geht’s zum Rode NT-1A Mikrofon Test)

2. Rode NT USB Kondensatormikrofon (Hier geht’s zum Rode NT USB Mikrofon Test)